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Qualitätskriterium 18

Es werden Beziehungen und Kooperationen zu weiteren Partnern gepflegt (Vernetzung).

Austausch bringt weiter. Deshalb ist es sinnvoll, sich mit anderen zu vernetzen – am besten schon in der Planungsphase. Austauschpartner können andere Kindertagesstätten, Schulen, Senioreneinrichtungen, Stadtteilzentren, Organisationen, Gruppen, Vereine vor Ort sein, aber auch Politikerinnen und Politiker, wissenschaftliche Einrichtungen, Gesundheitsämter und viele andere mehr. Die Akteure können Ideen teilen, aus den Erfahrungen anderer lernen, z. B. von ähnlichen Maßnahmen, die in anderen Einrichtungen durchgeführt werden. Wenn die eigene Maßnahme verschiedene inhaltliche Bausteine (Aktionen) haben soll, z. B. Bewegung, Ernährung und Stressregulation, können Fachkräfte aus verschiedenen Bereichen zusammenarbeiten.

Beispiel Maßnahme „Gesundheitsförderung in der Kita“

Ein Yogalehrer für Kinder kommt zweimal wöchentlich in die Kindertagesstätte und ergänzt das Bewegungsangebot. Durch die Kooperation mit dem Sportverein kann die Sporthalle genutzt werden. Das Kitateam tauscht sich regelmäßig mit den Vernetzungsstellen für die Kitaverpflegung oder Weiterbildungsinstitutionen zur Vertiefung des Ernährungswissens (z. B. Hygieneanforderungen, Qualitätsstandards für die Verpflegung in Kindertageseinrichtungen ...) aus. Es vermittelt Eltern bei Bedarf Hilfs- und Beratungsangebote vor Ort, z. B. Erziehungsberatungsstellen, spezialisierte Fachkräfte (Kinderärztinnen und Kinderärzte, Psychologinnen und Psychologen, Oecotrophologinnen und Oecotrophologen).

Qualitätskriterium 19

Erfolgreiche Maßnahmen werden in der Organisation/von den Beteiligten weitergeführt (Verstetigung).

Wenn eine konkrete Aktion das gewünschte Ziel erreicht hat und die Evaluation Stärken und Schwächen aufgedeckt hat, muss geklärt werden, wie es weitergeht, um aus der Aktion ein dauerhaftes Angebot zu machen. Das ist sinnvoll, denn eine Einzelmaßnahme, die zeitlich terminiert ist, hat nur begrenzten Einfl uss auf die Gesundheit. Deshalb sollte überlegt werden, was für eine Weiterführung gebraucht wird, angefangen von Mitwirkenden bis hin zu Geldmitteln: Wie können ggf. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Leitung oder Träger der Einrichtung vom künftigen Nutzen und der Weiterführung überzeugt werden? Wie wird die Aktion in den Alltag der Einrichtung eingebunden? Welche Kosten fallen zur Verstetigung an? Welche bisherigen Kosten fallen weg, bzw. können eingespart werden? Wie kann die Maßnahme verbessert werden? Häufi g sind Einzelmaßnahmen ein erster Schritt, um die Einrichtung/Organisation zu einer „gesunden Organisation“ weiterzuentwickeln, in der Gesundheit einen übergeordneten Stellenwert hat und in möglichst vielen Bereichen der Einrichtung für gesunde Lern-, Spiel-, Lebens- oder Arbeitsbedingungen gesorgt wird. Dann geht die Organisation mit weiteren Zielen und weiteren Maßnahmen „in die nächste Entwicklungsrunde“. Doch auch Aktionen, die weitergeführt werden, werden in regelmäßigen Abständen kritisch betrachtet, bewertet und weiter entwickelt.

Beispiel Maßnahme „Gesundheitsförderung in der Kita“

Viele Aktionen der Maßnahme, wie z. B. der täglich selbst zubereitete Obst und Gemüseteller, sind bereits zu einem festen Bestandteil des Kita-Alltags geworden. Sie sind im pädagogischen Leitbild der Kita festgeschrieben und werden in den Wochen- und Jahresplänen der Gruppen berücksichtigt. Auch die Kooperationen mit dem Sportverein und dem Yogalehrer haben sich bewährt und sollen weiter geführt werden. Die Bewegungsbaustelle ist in der Planung. Um aber auch das Hintergrundwissen an neue Fachkräfte zu vermitteln, beschließt das Team, neue Fachkräfte über einen gewissen Zeitraum zu begleiten und zu unterstützen. Zudem nimmt sich das Team vor, am Ende des jährlichen Planungstages zwei Stunden für die Themen Stärkung der Lebenskompetenzen und gesunde Kindertagesstätte zu reservieren. In dieser Zeit möchten die Mitarbeitenden den aktuellen Entwicklungsstand kritisch betrachten und ggf. neue Maßnahmen anstoßen. Eine Arbeitsgruppe soll sich zudem damit beschäftigen, die neuen Ansätze auch in das Leitbild der Kindertagesstätte zu integrieren.

Qualitätskriterium 20

Die Inhalte und Erkenntnisse der erfolgreichen Maßnahme werden nach außen getragen (Übertragbarkeit/Transparenz).

Erfahrungen und Erkenntnisse aus der Maßnahme sind für andere Einrichtungen, die Gesundheitsförderung angehen wollen, wertvoll. Sie können daraus lernen, sie können ein effektives Konzept auf ihre Einrichtung übertragen und es einem weiteren „Praxistest“ unterziehen. Das bringt gute Maßnahmen und Gesundheitsförderung weiter. Damit andere davon erfahren, werden Inhalte und Ergebnisse transparent gemacht. Die Maßnahme kann z. B. auf einer Tagung, einem Workshop oder einem Netzwerk-Treffen vorgestellt werden, Berichte können in der lokalen Presse, im Internet, in der Mitarbeiterzeitung erscheinen, ein Artikel in einer Fachzeitschrift veröffentlicht werden. Der Schlussbericht kann Einblick in Inhalt und Erfahrung geben. Auch das Konzept kann anderen Einrichtungen zur Nutzung zur Verfügung gestellt werden (evtl. gegen eine Gebühr).

Beispiel Maßnahme „Verbesserung des Ernährungszustandes und der Beweglichkeit bei hochbetagten Menschen einer Einrichtung der Altenpflege

Die an der Evaluation beteiligte Universität entwickelt ein Handbuch, das als praxisnaher Leitfaden alle nötigen Informationen enthält, die zur Durchführung des Konzeptes erforderlich sind. Das Handbuch zum Thema Ernährung enthält neben einer ausführlichen Beschreibung der Praxiseinheiten zahlreiche Kopiervorlagen für die Umsetzung und die Dokumentation. Das Handbuch zum Thema Bewegung beinhaltet eine ausführliche Anleitung zur Durchführung von Übungseinheiten und eine Demonstrations-CD.

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